Donnerstag, 3. Oktober 2013

„Mein Gott, Egon!“.... "Mein Gott: Egon"

Ein Freund von mir nervt mich dauernd mit Berichten über seinen besten Kumpel Egon. Egon kann dies, Egon macht immer jenes, neulich sagte Egon...
So wie der Typ von Egon schwärmt, muss Egon ein Gott sein. Doch ich begann Egon als Plagegeist zu sehen. Alles, was mein Freund als kleine Laster besaß, schien Egon noch perfekter zu beherrschen. Mich gruselte davor, Egon zu begegnen. Ich vermied es, diesem mittelalterlichen, rechthaberischen, angeberischen Zuchtmeister der „guten Sitten“ zu begegnen, der scheinbar auf alle Fragen DIE perfekte Antwort weiß.

Dennoch machte mich die Sache irgendwie neugierig. Zumindest schien dieser Egon für meinen Freund DER perfekte Freund zu sein. Unter uns Pastorentöchtern : So etwas hätte ich schon auch gerne!

Eines Tages geschah, was in jeder guten Geschichte geschehen würde: Obwohl ich es mit Raffinesse und traumhaften Ausreden schaffte, meinen Freund nicht zu besuchen, wenn dieser Egon-Allmächtig da war, ich begegnete Egon!

An diesem gräulichen, leicht verregneten Oktobertag saß ich auf einer Parkbank und meine Gedanken kreisten zwanghaft um mein stecken gebliebenes Leben. 




Wie eine alte Schallplatte, die einen Sprung hatte, murmelte eine Stimme immer und immer wieder:
Es hat keinen Sinn mehr!
Es hat keinen Sinn mehr!
Ich bemerkte gar nicht, dass sich Jemand neben mich gesetzt hatte. Als hätte er meine Murmelstimme hören können, sagte er zu mir: „Doch, es gibt noch einen Sinn, schau in die verborgenen Tiefen deines Herzens“
Ich wusste gleich: Das muss Egon sein! Obwohl er gar nicht aussah wie Egon, eher wie ein liebenswürdiger, freidenkerischer Kaot mit einem riesengroßen, weisen Herzen. Seit diesem Tag treffe ich mich oft mit Egon. Wenn meine Freundinnen mich fragen wer denn dieser Typ sei, mit dem ich so viele Gedanken und Stunden teile, antworte ich: 
Lernt ihn kennen, ihr werdet überrascht und begeistert sein, viel mehr wage ich nicht zu sagen.

Routineleser christlicher Geschichtchen werden schon vermuten, dass Egon eigentlich Jesus heißt. Neulich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es gibt so viele Menschen, die von dem Sohn Gottes reden, als sei er DER INQUISITOR des 21. Jahrhunderts: "Wenn du dieses oder jenes nicht änderst, wird Gott dir Segen verwehren", "Du darfst das nicht tun und jenes schon gar nicht; schon in der Bibel steht, dass darauf Gottes Strafe folgt". Diese religiös versklavte Denkart verhindert, dass ich eine Beziehung mit der Liebe meines Lebens eingehe.

Jesus legte neulich einen Satz in mein Herz: Ich bin nicht derjenige, der dich züchtigt, wenn du am Sabbat ein paar Weizenkörner sammelst und geniest. Ich bin der, der dich erhöht und dir deinen geraubten Wert zurück gibt.

Interessantes auch auf http://gott-in-berlin.blogspot.de/
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